Bürgerschaftskapital: Stadt Nürtingen

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Bürgerschaftskapital

Im Detail

Hier finden Sie Informationen über die Ergebnisse der ersten bundesweiten Untersuchung auf lokaler Ebene zum Bürgerschaftskapital: der errechnete Wert des Bürgerengagements in Nürtingen!

Unbezahlbar und sehr wertvoll

NÜRTINGEN (nt). Ehrenamt und Bürgerengagement sind unbezahlbar, das weiß man in Nürtingen schon lange. Dennoch hat die Studentin Tina Prokop von der Hochschule für Sozialwesen Esslingen mit ihrer Diplomarbeit den Versuch unternommen, einen Geldwert für Ehrenamt und Bürgerengagement der über 40.000-Einwohnerstadt zu ermitteln. Unterstützt von der Volkswirtin Nilgün Terzibas und Hannes Wezel vom Bürgertreff, hat sie dafür einen Fragebogen erarbeitet und an 305 Nürtinger Vereine, Selbsthilfegruppen und Initiativen geschickt. Abgefragt wurden unter anderem die Tätigkeitsbereiche, die Zahl der Engagierten und der finanzielle Ausgleich. Der Berechnung wurde ein Stundensatz von 5,50 Euro zu Grunde gelegt. Dieser wird auch vom statistischen Bundesamt bei einer derartigen bundesweiten Umfrage eingesetzt. Die Berechnungsformel, die für Nürtingen angelegt wurde, umfasst die freiwillig Engagierten, die Anzahl der Stunden die die Engagierten pro Woche tätig sind, die Zahl der Engagierten und die Aufwandsentschädigung zusammen.

„Die Berechnung des Bürgerschaftskapital auf lokaler Ebene ist bislang weit und breit einmalig“, so Bürgermeister Rolf Siebert. Über den Rücklauf von 47 Prozent freuen sich die Beteiligten, ist er doch einmal mehr ein Beweis dafür, dass Teilhabe und die Einbindung in das kommunale Geschehen in Nürtingen schon Tradition hat. Dies hat sich nicht zuletzt auch bei der Bürgerbefragung Zukunft in Nürtingen gezeigt, bei der der Rücklauf 43 Prozent betragen hatte.

 „Den Vereinen und Organisationen fiel es nicht leicht, zu bewerten, was Engagement ist und was nicht. Dadurch ist auch zu erklären, dass hier mit 25 Millionen Euro beim Ausfüllen wohl eher Zurückhaltung angesagt war“, so Tina Prokop. BM Siebert stellt daraus folgende Plausibilität her: “Geht man von 82 Millionen Bundesbürgen aus, die am Wert von rund 17 Milliarden Euro Freiwilligkeitsleistungen beteiligt sind, hieße dies, dass durchschnittlich jeder Bundesbürger 207 Euro ehrenamtliche Leistung erbringt.“ Legt man dieser Rechnung einen gesicherten Wert von rund 48 Prozent aktiven Nürtingern zu Grunde, bedeutet dies, dass in Nürtingen Ehrenamt und Bürgerengagement im Wert von rund 3,9 Millionen Euro von engagierten Bürgerinnen und Bürgern erzeugt wird.

Bei der Vorstellung der Ergebnisse vor zirka 50 Vereinsvertretern im Bürgertreff in der vergangenen Woche, wurden die Ergebnisse hinterfragt und diskutiert. Vor allem an dem Punkt, dass die Urrechnung des statistischen Bundesamtes mit lediglich 5,50 Euro vorgenommen sei und gerade im Ehrenamt weit aus höher zu bewertende Arbeit geleistet würde. Hierzu errechnete BM Siebert: „Legt man die durch die Befragung erhobenen 9211 Einsatzstunden pro Woche zu Grunde und teilt sie durch 40 Wochenstunden, würde dies 230 Vollzeitstellen entsprechen. Setzt man dafür den Durchschnittswert von 40.000 Euro pro Stelle an, so entstünden Kosten in Höhe von 9,2 Millionen Euro.“ In der Diskussion mit den Vereinen und Organisationen wurde auch danach gefragt, wie hoch der städtische Aufwand sei, der für das Ehrenamt im städtischen Haushalt aufgewendet würde. Die Stadtkämmerei hat ermittelt, dass immerhin 1,6 Millionen Euro in die Förderung und Unterstützung von Ehrenamt und Bürgerengagement fließen, einschließlich von Sportplätzen, Hallen, Raumnutzung und laufenden Zuschüssen. Diese Ausgaben sind allemal gut angelegt ist man sich im Bürgertreff einig! Obwohl die Theorie eher davon ausgeht, dass das Sozialkapital bei Nachbarschaftlichkeit und Gemeinsinn rückläufig ist, kommt Tina Prokop zumindest für die Stadt Nürtingen zu einem anderen, doch sehr zuversichtlich stimmenden Ergebnis: „Die guten Rahmenbedingungen und die 15-jährige Tradition der kommunalen Förderung im Bürgertreff sind gute Voraussetzungen für ein steigendes Sozialkapital.“

Bettina Schreitmüller
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
25.07.06

In welchen Bereich haben sie sich engagiert?

Verteilung nach Engagementbereiche und Geschlecht
Verteilung nach Engagementbereiche und Geschlecht
Gesamtwochenstunden aller Engagierten: 9211 Stunden
Gesamtwochenstunden aller Engagierten: 9211 Stunden

Wo wurden diese Stunden „geleistet“?

Gesamtwochenstunden je Bereich
Gesamtwochenstunden je Bereich
Verteilung der Gesamtwochenstunden nach Bereich und Geschlecht
Verteilung der Gesamtwochenstunden nach Bereich und Geschlecht
Vereins-Projekttyp
Vereins-Projekttyp

[(∑(En * hn)) * 52 Wochen * 5,50 €] - ∑A = Bürgerschaftskapital

47 % ermitteltes Bürgerschaftskapital für NT= 2.568.049 € im Jahr

100 % hochgerechnetes Bürgerschaftskapital für NT = 5,46 Mio € im Jahr 

Plausibilitätsrechnung 207€ durchschnittliches BüKap x 48% eng. NT = 3,9Mio € im Jahr

Unterstützung durch Stadt-Gelder = 1.601.100 €

9211 Ehrenamtsstunden/wöchentlich: 4oh = 230 Vollzeitstellen

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