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Atelierstipendium

Atelierstipendium

Nürtinger Atelierstipendium

Alle zwei Jahre schreibt die Stadt Nürtingen in Kooperation mit dem Kunstverein Nürtingen e.V. und der Freien Kunstakademie Nürtingen e.V. ein Stipendium zur kostenlosen Nutzung eines Ateliers aus. Das Stipendium ist als Werkaufenthalt zu verstehen und soll einen nachhaltigen Beitrag für die künstlerische Biografie leisten. Das Stipendium ist auf zwei Jahre befristet. Zum Abschluss erhält der/die Stipendiat/in eine Ausstellung mit Katalog im Kunstverein Nürtingen e.V.

Stipendiatin 2025-2026│Elsa Farbos

Im Januar 2025 hat mit der Objektkünstlerin Elsa Farbos die mittlerweile neunte Nürtinger Atelierstipendiatin ihre Arbeit im Stipendiatenatelier an der FKN aufgenommen. Mit ihrer Bewerbung hatte sie sich gegen acht Mitbewerberinnen und -bewerber durchgesetzt.

1987 in Frankreich geboren, absolvierte sie ihr Kunststudium an der Kunstakademie Nantes und der Kunstakademie Strasbourg, wo sie mit Diplom abschloss. 2014 zog sie nach Stuttgart und absolvierte von 2013 bis 2014 ein Aufbaustudium an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste in der Klasse von Mariella Mosler. Von 2016 bis 2019 war sie Stipendiatin des Landkreises Esslingen. Elsa Farbos lebt in Esslingen und arbeitet als freie Künstlerin sowie als Tutorin für Plastik am Institut für Darstellen und Gestalten in Stuttgart. Zuletzt stellte sie im French Institute Praque, in der Steingießerei Plochingen sowie in der Villa Merkel (Gruppenausstellung) aus.

www.elsafarbos.com

zum Artikel der Nürtinger Zeitung

Ausschreibung des Atelierstipendiums 2027-2028

Die Stadt Nürtingen schreibt in Verbindung mit dem Kunstverein Nürtingen und der Freien Kunstakademie Nürtingen zum mittlerweile 10. Mal ein Stipendium zur kostenlosen Nutzung eines Ateliers aus. Es ist auf zwei Jahre befristet und beginnt am 1. Januar 2027. Den Abschluss des Stipendiums bildet im November 2028 eine Ausstellung mit Katalog in den Räumen des Kunstvereins.

Bewerben können sich professionell arbeitende bildende Künstlerinnen und Künstler mit Wohnsitz in den Landkreisen der Kulturregion Stuttgart, die nicht mehr in der Ausbildung sind und während der zwei Jahre regelmäßig im Atelier der Stadt arbeiten. Über die Vergabe des Atelierstipendiums entscheidet eine Jury, bestehend aus Mitgliedern des Kunstausschusses der Stadt Nürtingen und jeweils zwei Vertreterinnen und Vertretern des Kunstvereins Nürtingen und der Freien Kunstakademie Nürtingen. Geleitet wird das Gremium von fachkundigen Persönlichkeiten aus der Kunstszene des südwestdeutschen Raums. Den diesjährigen Juryvorsitz hat die stellvertretende Direktorin und Sammlungsleiterin des Kunstmuseums Stuttgart Dr. Sabine Gruber inne.

Bewerbungsschluss ist am 7. September 2026. Mit der Bewerbung sind Belege der künstlerischen Arbeit und eine Skizzierung des Arbeitsvorhabens für die Zeit im Atelier einzureichen. Die Bewerberinnen und Bewerber sollen damit eine Vorstellung davon vermitteln, welchen künstlerischen Ansatz sie für ihre Zeit in Nürtingen verfolgen würden.

Stipendiatinnen und Stipendiaten

2023 - 2024 | Damaris Wurster

Damaris Wurster absolvierte zunächst eine Ausbildung zur Mediengestalterin, bevor sie an der Merz Akademie Stuttgart in den Klassen von Jan Peters und Maria Muhle sowie an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart bei Mariella Mosler ihr Kunststudium aufnahm. Sie arbeitet schwerpunktmäßig im Bereich Fotografie und Videokunst. Seit 2022 ist eine ihrer Arbeiten als permanente Installation in der Fruchthalle Rastatt zu sehen. Ihre Kunst wurde zudem 2021 im „Schaufenster Junge Kunst“ der Städtischen Galerie Sindelfingen sowie 2019 im Kunstverein Ulm gezeigt.

In ihrer Abschlussausstellung des zweijährigen Stipendiums präsentierte Damaris Wurster eine Reihe von Arbeiten, die sich mit der Abstraktion von Fotografie und digitalen Kompositionen auseinandersetzen. Im Mittelpunkt steht Wursters Faszination für Zersetzungsprozesse, sowohl im analogen als auch im digitalen Bereich. Ausgehend von analogem Filmmaterial, digitalen Fotografien und Found Footage wird das Ausgangsmaterial in aufwändigen Prozessen dekonstruiert, um seine Ursprünge sichtbar zu machen. Dabei entstehen vielschichtige visuelle Darstellungen, die Orte in einem Zustand der Auflösung zeigen und die Vergänglichkeit von Bildern reflektieren. Gleichzeitig entstehen durch den Einsatz von künstlicher Intelligenz und Videoformaten neue, imaginäre Welten. Diese Szenarien bewegen zwischen Science-Fiction und Realität und hinterfragen die Möglichkeiten sowie den Einfluss von künstlicher Intelligenz auf künstlerische Prozesse.

2021 - 2022 | Anette C. Halm

Im Januar 2021 nahm Anette C. Halm ihre Arbeit im Nürtinger Atelier auf. Als Konzeptkünstlerin bewegt sie sich im Bereich Performance, Video, Malerei und Fotografie. Seit 14 Jahren arbeitet sie daran, neue Impulse und künstlerische Perspektiven besonders in der Performancekunst zu entwickeln. Ein zentrales Anliegen ist ihr dabei, den Körper als Ausdrucksmittel von Geschichte, aktueller Politik und Feminismus, aber auch im Bereich der Neuen Medien auszuloten.

Halms Arbeit findet oft im öffentlichen Raum statt. Für die kommenden zwei Jahre des Stipendiums in Nürtingen plant sie daher ortsbezogene Performances, die per Video dokumentiert werden. Großformatige abstrakte Ölgemälde sind die Reflexionsessenz der Videoarbeiten und werden zeitgleich über die Zeit des Stipendiums hinweg entstehen. "Thinking About Video Art" nennt sich dieser Werkszyklus, den Anette C. Halm seit 2008 konsequent verfolgt. Während des Malprozesses denkt die Künstlerin über das zu entstehende Video nach, sie recherchiert andere Künstler, schreibt nebenbei das Konzept, schneidet das Video und reflektiert abschließend den gesamten Arbeitsprozess. Manchmal wird allerdings auch eine Idee verworfen und nicht öffentlich gemacht, dann bleibt nur die Malerei.

Ihren Abschluss erhielt Anette C. Halm an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste in Stuttgart, wo sie von 2011 bis 2018 unter anderem bei Christian Jankowski studierte. In den Folgejahren zeigte sie ihre Arbeiten bei Ausstellungen im In- und Ausland und erhielt unter anderem ein Projektstipendium der Karin Abt-Straubinger Stiftung. 2020 war sie für den Lingener Kunstpreis nominiertund schaffte es ein Jahr zuvor auf die Shortlist des "Vonovia Award für Fotografie".

Im Sommer 2021 führte Anette C. Halm das Performance-Projekt "Kunst am Wegesrand" durch. Alle Infos gibt es hier.

2019 - 2020 | Alexander Sowa

Alexander Sowa steht für konzeptuelle Bildhauerei, die mit Texten und Objekten einen sinnlichen wie intellektuellen Zugang in sich vereint. Seine Abschlussausstellung "plusminusunendlich" zeigt vier Werkkomplexe, drei installativen Arbeiten und ein Künstlerbuch. Dabei tauschen Text und Objekt immer wieder die Rollen und bedingen sich als Visualisierung von Gedanken oder Analyse von Form gegenseitig. 1990 in Stuttgart geboren, war Alexander Sowa von 2016 bis 2018 Meisterschüler bei Rolf Wicker, Burg Giebichenstein, Kunsthochschule Halle, und studierte Bildhauerei bei Werner Pokorny an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart. 2016 erfolgte sein Diplomabschluss in Burg Giebichenstein, Kunsthochschule Halle bei Andrea Zaumseil.

Hier geht es zum virtuellen Ausstellungsrundgang.

2017 - 2018 | Sang Yong Lee

Sang Yong Lee studierte Bildhauerei an der Universität Seoul, 2015 erfolgte der Diplomabschluss an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart bei Prof. Mariella Mosler und Prof. Werner Pokorny.

Sang Yong Lee, der seit 2009 seinen Lebensmittelpunkt in der Region Stuttgart hat, ist in Südkorea unweit eines Flusses aufgewachsen. Wasser gehörte also zu seinem Lebensumfeld, Blau ist eine seiner Lieblingsfarben. Im Nürtinger Atelier, direkt am Neckar gelegen, entstand daher die Arbeit "Water Project". Darin geht es um einen "künstlerischen Betrug", das Wasser der Flüsse, Seen und Meere zu verkaufen. Wasser gehört – im Gegensatz zu Grundstücken – in seiner reinen Form niemanden. Es fließt ungezähmt fort, verdampft und gelangt durch Regen und Schnee wieder zur Erde zurück. Durch Eingriffe des Menschen wird der natürliche Weg des Wassers in den Städten verändert.

Sang Yong Lee wurde 2012 mit dem Preis der Klett-Passage Stuttgart und 2011 mit dem 1. Preis beim Realisierungswettbewerb der Stuttgarter Stiftungen ausgezeichnet. Darüber hinaus macht er durch zahlreiche Einzel- und Gruppenausstellungen in Deutschland, China und Korea auf sich aufmerksam.

2015 - 2016 | Jens Braun

Jens Braun begann seine künstlerische Laufbahn an der Freien Kunstakademie Nürtingen, wo er von 1999 – 2001studierte. Anschließend setzte er sein Studium der Freien Kunst an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste fort und schloss es 2008 bei Prof. Alexander Roob ab. Durch ein Auslandsstipendium der Studienstiftung des deutschen Volkes konnte Jens Braun ein Jahr in Kopenhagen verbringen, wo er an der Könglich Dänischen Kunstakademie für zwei weitere Semester eingeschrieben war.

Braun beschäftigt sich mit grundsätzlichen Fragen der Malerei: Ab wann behauptet ein Pinselstrich, eine Farbfläche, ein Bildträger er/sie selbst zu sein? Ab wann und in welchem Maße beginnen Narration, Illusion und der Verweis auf eine assoziative Ebene? So benutzt Braun "Ersatzmaterialien" wie Dachlatten, Keilrahmen, farbiges Transparentpapier, Schranktüren, Regalböden und Polster, deren Verwendungen handwerklich nachvollziehbar bleiben. Falten, reißen, überlappen, sägen, leimen, fräsen, usw. - diese Eingriffe und ihre Umsetzungen im Bild wirken wie Platzhalter der gewohnten Malvorgänge. Das So-tun-als-ob sieht Jens Braun als ernsthaftes Spiel der Erzählstruktur seiner Malerei. So soll ein Hund auf einer Leinwand sitzen, oder ein Käse. Keilrahmen, die immer im Hintergrund bleiben mussten, sollen ins Bild und spröde, gefundene Hölzer wollen die Leichtigkeit der fließenden Farbe aufnehmen.

2012 - 2014 | Eva Schmeckenbecher

2010 - 2012 | Anja Luithle

2008 - 2010 | Manuela Tirler

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