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Sehenswürdigkeiten

Sehenswürdigkeiten

Nürtingen bietet neben seinen bedeutenden Persönlichkeiten auch zahlreiche historische Bauwerke und viele kulturhistorische Sehenswürdigkeiten. Alles lässt sich bequem per Fuß erkunden.

Stadtrundgang - Lust am Entdecken!

Der Spaziergang führt durch die historische Altstadt, auf den Turm der Stadtkirche, vorbei an sehenswerten Besonderheiten und den Wirkungsstätten Mörikes und Hölderlins. Eine passende Broschüre für den Rundgang auf eigene Faust erhalten Sie auch in der Tourist-Info am Rathaus, dem i-Punkt am Neckartalradweg (2024 aufgrund von Bauarbeiten geschlossen) oder dem i-Punkt der Nürtinger Zeitung am Obertor.

Stationen des Stadtrundgangs

Alte Schmiede in NürtingenAlte Schmiede

Fleißig geschmiedet wurde hier bis 1929

Das stattliche Fachwerkhaus mit goldener Fächerrosette an der Einmündung der Strohstraße in die Kirchstraße stammt aus dem Jahr 1676. Eine Inschrift nennt die Erbauer, den aus Esslingen stammenden Nürtinger Bürgermeister Johann Heinrich Schloßberger und seine zweite Frau Hedwig Hetzer, eine Pfarrerstochter. Das Fachwerk mit einer goldenen Fächerrosette als Glanzpunkt gehört zum schönsten in der Stadt.

Nur wenige Meter entfernt steht auf der gegenüberliegenden Seite der Strohstraße eines der ältesten Nürtinger Bürgerhäuser (Nr. 9). 1409 erbaut, reicht seine Geschichte nahe an die Erhebung Nürtingens zur Stadt heran. In der Brunnsteige, der Verbindung zwischen Kirchstraße und Marktstraße, überrascht am Gebäude Nr. 9 der doppelstöckige Erker auf spätgotischem Fuß. Die aufwendig gestaltete Renaissance-Wappentafel nennt die Jahreszahl 1535. Das Haus wurde 1875 in den Obergeschossen neu errichtet.

BlockturmBlockturm

Zur Strafe in den "Block" gespannt

Ein kurzer Abstecher zum Blockturm, einem Rest der mittelalterlichen Stadtbefestigung, führt die Brunnsteige hinab. An ihrem unteren Ende, bevor man linker Hand in die Turmstraße abbiegt, stand bis 1839 das Brunntor als Einlass in die Stadt von Süden her. Der Blockturm sicherte die südöstliche Ecke der um 1354 erstmals erwähnten Stadtbefestigung. Sein Name weist auf das Gefängnis hin, das er einst beherbergte. Über den Wehrgang ist heute das älteste bekannte Haus der Stadt (Strohstraße 15) mit dem Blockturm verbunden. Es stammt von 1394/99 und enthält im Innern noch viel Substanz aus der Erbauungszeit.

Das Obergeschoss des Blockturms dient heute als Ausstellungsraum für Werke des Künstlers Otto Zondler (1900-2001). Er gilt als wertvoller Chronist Nürtingens, der mit seinen Bildern und Porträts einzigartige Zeugnisse des Nürtinger Charakters hinterlassen hat.

Tipp: Der Schwäbische Heimatbund öffnet von März bis Oktober jeden zweiten Sonntag im Monat von 15:00 Uhr bis 17:00 Uhr die Sonderausstellung im Blockturm.

Ehemaliges Spital mit SpitaleingangManuel StarkEhemaliges Spital

Von der Armenfürsorge zur Hochschule

Das 1526 zur Erfüllung karitativer Aufgaben gegründete Spital war eine rein städtische Einrichtung. Rasch zu beträchtlichem Vermögen gelangt, galt das Nürtinger Spital als das reichste Altwürttembergs. Die heutigen Bauten errichtete 1752-54 Johann Adam Groß d. Ä. Das eingeschwungene Korbbogenportal mit den Wappen von Spital und Stadt bildet einen Kontrast zu den in strengen Formen gehaltenen Gebäuden. 1843 zog in die teilweise funktionslos gewordenen Räumlichkeiten ein Lehrerseminar ein (Gründungsrektor Theodor Eisenlohr). Aus der 1949 hier errichteten Höheren Landbauschule ging 1972 die Fachhochschule Nürtingen, heute die Hochschule für Wirtschaft und Umwelt, hervor.

Die zentrale ökonomische Bedeutung des Spitals für die Stadt veranschaulicht sein Standort am Anfang einer Blickachse, die bis zum Rathaus führt (Apothekerstraße). Ihre Anlage geht auf den Wiederaufbau nach dem Stadtbrand von 1750 zurück, bei dem das Zentrum der Amtsstadt ein geordneteres und städti-sches Aussehen erhalten sollte (Begradigung von Straßen).

An der Einmündung der Apothekerstraße in die Kirchstraße steht der „Lammbrunnen“. Der rocaillegeschmückte Brunnenkasten stammt aus dem Jahr 1716. Die originelle bauchige Brunnensäule (1753) trägt einen der beiden „Wilden Männer“, die seit dem 16. Jahrhundert als Halter des Nürtinger Stadtwappens erscheinen.

Zwei Personen in der SchlossbergstraßeBenjamin KnoblauchHistorische Altstadt

Mittelalterliche Zeugen in neuem Gewand

Mit teilweise vorbildlich restaurierten Häusern vermag das Viertel am Schlossberg heute noch den geschlossensten Eindruck vom alten Nürtingen zu geben. Hervorzuheben sind das turmartige Wohnhaus Schlossgartenstraße 12 (1398, Bohlenstube), der Häuserblock Schlossberg 1-5 am alten Aufgang zu Schloss und Kirchplatz (15./16. Jh.) und das Gebäude Neckarsteige 15 (um 1500).

Der Name Schlossgartenstraße erinnert an die frühere Nutzung des Areals bis hinab zur Neckarsteige. Die zweiflügelige Schlossanlage, die sich zur Stadtkirche hin öffnete und bis 1773 dort thronte, diente als Witwensitz des Hauses Württemberg. 1442 besiegelten die Grafen Ulrich V. und Ludwig I. hier die bis 1482 währende Teilung der Grafschaft Württemberg. Heute zeugen nur noch massive Stützmauern sowie der Schlossbrunnen bei der Kirche von der herrschaftlichen Vergangenheit

Paar betrachtet das HölderlinhausBenjamin KnoblauchHölderlinhaus

Hier wuchs der größte Sohn der Stadt auf

Der 1622 erbaute Schweizer Hof gehörte zu den Nebengebäuden des Schlosses. 1774 erwarb Johann Christoph Gock aus Lauffen a. N., der Stiefvater Friedrich Hölderlins, das nach dem Stadtbrand 1750 neu errichtete Anwesen. Das große Anwesen war 24 Jahre lang das Wohnhaus der Familie Hölderlin-Gock und für Hölderlin Ort der Ferien und des Rückzugs während seiner Lehrzeit. Während seiner Kindheit und Jugend in Nürtingen stand Hölderlin die noch von der mittelalterlichen Stadtmauer umgebene Stadt zur Erkundung frei. In diesem Haus sind auch Gedichte und die Vorstufe zum Briefroman Hyperion entstanden.

Heute haben die VHS Nürtingen, Kulturamt und die Musik- und Jugendkunstschule hier ihren Sitz. In den einstigen Wohnräumen der Familie verbindet eine Dauerausstellung die Geschichte des Hauses mit seiner heutigen Funktion als Ort der Bildung. Der älteste Bestandteil des Gebäudes – der Gok‘sche Keller – bietet stimmungsvollen Raum für Veranstaltungen.

Öffnungszeiten:

  • Montag bis Donnerstag: 09:00 Uhr bis 17:00 Uhr
  • Freitag: 09:00 Uhr bis 13:00 Uhr
  • Samstag bis Sonntag: 11:00 Uhr bis 17:00 Uhr

An Feiertagen geschlossen. Über Weihnachten und Jahreswechsel vom 27. bis 29. Dezember sowie am 31. Dezember und 1. Januar geschlossen. Am 23. und 30. Dezember von 11:00 Uhr bis 17:00 Uhr geöffnet.

Weitere Informationen finden sich hier.

Kirche St. JohannesKirche St. Johannes

Die Kirche St. Johannes ist mit ihrer künstlerischen Ausgestaltung durch Otto Herbert Hajek ein Kleinod der besonderen Art. Sie vereint auf beeindruckende Art und Weise das Früh- und Spätwerk dieses bedeutenden Künstlers. Das theologische Konzept der geheimen Offenbarung schlägt sich hier in einem Spannungsbogen einer fast fünzigjährigen Schaffensdauer nieder. Errichtet wurde St. Johannes in den 50er Jahren im Stil einer Hallenkirche.

Öffnungszeiten:

  • Täglich 09:00 Uhr bis 18:00 Uhr

Die katholische Kirche St. Johannes befindet sich in der Vendelaustraße 30. Weitere Informationen finden Sie auf der Website der katholischen Kirchengemeinde.

KreuzkircheKreuzkirche

Heute Rahmen für Kulturelles mit Flair

Als Friedhofskirche um 1455 erbaut, lag die Heilig-Kreuz-Kirche einst vor den Mauern der Stadt. Nach einer wechselvollen Geschichte gelangte sie 1974 in städtischen Besitz und wurde 1985/86 sorgfältig umgebaut, wobei ihr kirchlicher Charakter erhalten blieb. Das Innere ist geprägt von einer Renovierung der Jahre 1928/29, die dem heute für Konzerte und Ausstellungen genutzten Raum eine stimmungsvolle Atmosphäre verleiht (Ausmalung im Stil des Expressionismus). Aus dieser Zeit stammen auch die Glasfenster im Chor von Rudolf Yelin d.J.

Nördlich der Kreuzkirche befindet sich eine 1970 erbaute Gedenkstätte mit Brunnen zur Erinnerung an Friedrich Hölderlin (1770-1843), dessen familiäre Wurzeln weit in die Nürtinger Stadtgeschichte zurückreichen. Den Brunnen ziert eine Strophe aus ‚Hyperions Schicksalslied‘. Weiter in Richtung „Alter Schmiede“ passiert man die Stelle, an der bis 1819 das Obertor den östlichen Zugang zur Stadt markierte.

LateinschuleLateinschule

Hier lernten Hölderlin und Schelling

Einen deutlichen Akzent setzt im Verlauf der Marktstraße das spätbarocke Ensemble dreier öffentlicher Gebäude: Stadtschreiberei, Vogtei (Oberamt) und Lateinschule. Die seit 1481 nachweisbare Nürtinger Lateinschule besaß im Land einen ausgezeichneten Ruf. Als Schüler begegneten sich Friedrich Hölderlin (1775-84) und Friedrich Wilhelm Joseph Schelling (1783-86) hier zum ersten Mal. Friedrich Hölderlin und Friedrich Wilhelm Joseph Schelling waren Schüler an der Lateinschule. Hölderlin von 1774 bis 1784 und Schelling von 1783 bis 1786. Ihre Schulzeit hat sich also in den Jahren 1783/84 überschnitten.

Rektor der Lateinschule war von 1845-48 Gustav Rümelin, der spätere Kanzler der Universität Tübingen.

In der Stadtschreiberei brach in der Nacht vom 12. auf den 13. Dezember 1750 der verheerende Stadtbrand aus. Diesem fielen 133 Gebäude zum Opfer.

Marktstraße von obenSMG, A. MendeMarktstraße

Handel & Wandel - wichtig seit eh und je

In zahlreichen Städten des 14. Jahrhunderts findet sich ein Marktplatz, der in Form eines verbreiterten Straßenzuges angelegt wurde. Die Nürtinger Marktstraße zeigt baulich heute zwei ganz unterschiedliche Gesichter. Die südliche Seite mit dem Rathaus enthält noch viel Substanz des 15. Jahrhunderts (deutlich an Marktstraße 15). Die nördliche Seite lässt dagegen die vereinheitlichende Handschrift des 18. Jahrhunderts hervortreten (Mansardendächer, verputztes Fachwerk). An der Marktstraße hatte das Feuer, das 1750 weite Teile Nürtingens in Schutt und Asche legte, eine Grenze gefunden. Der Wiederaufbau erfolgte nach Plänen des württembergischen Landbaumeisters Johann Adam Groß d. Ä.

Das 1578 erbaute Bürgerhaus (Riegersches Haus) neben dem Rathaus mit seinem vierstöckigen Standerker schmückt ein damals aufkommendes Zierfachwerk. Seit 2010 ist hier das technische Dezernat der Stadtverwaltung beherbergt.

Der württembergische Herzogshut über dem Nürtinger Stadtwappen bekrönt die Brunnensäule des Marktbrunnens (1787-91). Die späte Rokoko-Dekoration schufen einheimische Handwerker.

Ein besonders repräsentatives Beispiel des Wiederaufbaus nach 1750 stellt die seit etwa 400 Jahren belegte Marktapotheke dar. In diesem Gebäude kam 1840 Gustav Siegle zur Welt, der zu den Gründern der BASF gehörte. 

Stadtkirche in Nürtingen auf dem Schlossbergartismedia GmbH/ Olaf KühlStadtkirche St. Laurentius

Kulturdenkmal hoch über dem Neckar

Seit mehr als 500 Jahren thront die Stadtkirche auf dem Schlossberg. Die heutige Stadtkirche ist der dritte Kirchenbau an dieser Stelle. Die Ausmaße der heutigen Kirche stammen vom Ende des 15. Jahrhunderts. 1574 ließ die Stadt den mächtigen West-Turm um ein Stockwerk erhöhen und den bisherigen spitzen Abschluss durch die heutige glockenförmige Haube ersetzen. Der Kirchturm mit der markanten "Welschen Haube" überragt seither die Dächer der Altstadt. 

Die Treppentürme an den Ecken des Langhauses dienten einst als Aufgänge zu den Emporen. Der südwestliche mit seiner kunstvollen Wendeltreppe – zugleich Aufgang zum Turm – entstand 1625/26 nach Plänen von Heinrich Schickhardt. Besonders hervorzuheben ist im Inneren die schmiedeeiserne farbig gefasste Chorschranke mit dem Kruzifix und das damit verbundene Altargitter (1624). Zarte Zwickelmalerei der Spätgotik ziert das Netzgewölbe im Chor.

Mit der Turmbibliothek beherbergt die Stadtkirche zudem ein wichtiges Kulturgut. 

Öffnungszeiten:

  • Ostern bis Ende September: Täglich 10:00 Uhr bis 16:00 Uhr
  • Oktober bis Ostern: Täglich 10:00 Uhr bis 15:00 Uhr
    (Bitte benutzen Sie in diesem Zeitraum den Seiteneingang am nordwestlichen Schneckenturm)

Gottesdienst:
Sonntag: 10:15 Uhr
Mittagsgebet im Chorraum der Kirche: Dienstag und Freitag 12:00 Uhr

Website der Stadtkirche

Salemer HofSalemer Hof

Mönche vom Bodensee als Bauherren

Das markante Fachwerkgebäude, das am Fuße des Schlossbergs sofort ins Auge sticht, wurde 1483/84 als Pfleghof des Zisterzienserklosters Salem errichtet. Die Mönche vom Bodensee hatten 1284 umfangreiche Güter und Einkünfte in Nürtingen erworben.

1649 kam der „Mönchhof“ in württembergischen Besitz. z. Im Jahr 1749 verkaufte der in Geldnöte geratene Herzog Carl Eugen den Salemer Hof an die Stadt Nürtingen und deren Spital. Das qualitätsvolle alemannische Fachwerk wurde bei der jüngsten Erneuerung 1984-87 wieder freigelegt. Reste der Innenbemalung aus der Erbauungszeit und dem 16. Jahrhundert haben sich im Obergeschoss erhalten.

Rathaus mit Marktbrunnen SMG, A. MendeRathaus

Mittelalter und Moderne vereint

Das 1476/77 erbaute Rathaus, ein traufständiger Fachwerkbau, beherrscht die Marktstraße. Sein Äußeres ist noch stark geprägt von einem klassizistischen Umbau (1808-10), auch wenn spätere Veränderungen dessen Strenge wieder milderten. Mit seinen Verkaufs- und Lagerräumen war das Rathaus eng mit dem Marktwesen verbunden. In der Ratsstube fanden die Sitzungen von Gericht und Rat statt. Für Feierlichkeiten und Feste der Bürgerschaft standen zwei Küchen zur Verfügung. Der größte Teil der künstlerischen Ausstattung des Rathauses stammt aus den Jahren 1935-38.

Die Rathauserweiterung 1987-91 ist ein gelungener Versuch, moderne Architektur (Verwaltungsräume, Stadtbücherei, Bürgertreff) mit dem spätmittelalterlichen Bau zu verbinden. Eindrucksvoll liegt seitdem im Inneren des Altbaus die mächtige Ständerkonstruktion aus Holz frei. Zudem wurde der mittelalterliche Bau durch einen modernen, lichtdurchfluteten Anbau gelungen erweitert.

Führung in der Villa RusticaDaniel JüptnerRömischer Gutshof

Römischer Gutshof

Stadtteil Oberensingen
In den Seelen (oberhalb des Freibads)
72622 Nürtingen

Kaum zu glauben, dass der römische Gutshof in Nürtingen-Oberensingen erst bei der Erschließung eines Wohngebiets im Jahr 1988 entdeckt wurde. Denn das Gemäuer des römischen Gutshofs lag teilweise nur wenige Zentimeter unter der Erdoberfläche. Zuvor gab es keinerlei Hinweise auf die historischen Gemäuer am nordöstlichen Hang des Galgenbergs.

Nach der römischen Eroberung des westlichen Neckarlandes wurde der Gutshof anfangs des 2. Jahrhunderts erbaut. Es gab mehrere Umbauphasen und zuletzt die Errichtung eines Innenhofhauses mit Eckrisaliten und einer repräsentativen Säulenfront. Die Hofmauer des eindrucksvollen Anwesens schloss einst eine Fläche von 280 x 180 Metern ein.

Der ursprüngliche Badetrakt im Süden wurde später ersetzt durch einen größeren Anbau im Norden mit Fußbodenheizung (hypocaustum), Kalt- (frigidarium), Lau- (tepidarium) und Warmbaderaum (caldarium) und je einem Kalt- und Warmwasserbecken. Eine verheerende Brandkatastrophe lässt sich durch den Fund einer prägefrischen Münze in das Jahr 223 datieren. Weitere Schäden an den Gebäuden entstanden durch Rutschungen des Geländes. Wann der Gutshof aufgegeben wurde, lässt sich leider nicht genau ermitteln.

Tipp: Fundstücke der Ausgrabungen können im Stadtmuseum besichtigt werden. Spannende Geschichten zur Ausgrabung und über das Leben der Römer halten die Stadtführenden bei öffentlichen Führungen oder gebuchten Gruppenführungen bereit. Darüber hinaus führen auch die Mitglieder der Ortsgruppe des Schwäbischen Heimatbundes sachkundig und lebendig durch das archäologische Denkmal.

Schillerplatz mit OchsenbrunnenSchillerplatz

Schillerplatz

Der Schillerplatz in Nürtingen erstrahlt seit der umfassenden Renovierung im Jahr 2020 in neuem Glanz und ist heute ein modernes Schmuckstück der Stadt. Mit der behutsamen Neugestaltung wurde das historische Erbe bewahrt, während der Platz gleichzeitig an die Bedürfnisse einer zeitgemäßen Stadt angepasst wurde.

Der zentrale Ochsenbrunne wurde zuletzt 2020 nochmals aufwändig renoviert wurde und dient als wichtiges Identifikationsobejekt des Platzes. Er fügt sich harmonisch in das neu gestaltete Umfeld ein. Neue Pflasterungen, stimmungsvolle Beleuchtung und großzügige Sitzgelegenheiten machen den Schillerplatz seit der Renovierung zu einem attraktiven Treffpunkt, sowohl für Einheimische als auch für Besucherinnen und Besucher.

Im Jahr 1568 wird erstmals ein Brunnen mit Holztrog an dieser Stelle erwähnt. Nachdem er verschiedenste Namen inne hatte, wurde er im 19. Jahrhundert nach der benachbarten Wirtschaft "Zum Ochsen" benannt. Aus mächtigen, vom Künstler Gunther Stilling geschaffenen bronzenen Ochsenköpfen, sprudelt dann nach Umgestaltung ab 1987 das kühles Nass. Gunther Stilling war ein deutscher Bildhauer und Künstler, der in Güglingen und Pietrasanta lebte und arbeitet. 

Stadtmuseum und VorplatzSMG, A. MendeStadtmuseum

Einst Heimatstätte der Schützen

Das heutige Stadtmuseum wurde 1565 als Schützenhaus vor den Toren der Stadt erbaut. Bis gegen Ende des 18. Jahrhunderts beherbergte es die Schützengesellschaft, die sich auf dem freien Platz hinter dem Haus im Zielschießen übte. Das aufgebretterte Fachwerk stammt vom Umbau zu einem Wohnhaus 1889.

Heute macht das Haus Nürtingens Geschichte erlebbar: Spuren der römischen Antike, die Entwicklung ab dem Spätmittelalter sowie Handwerks- und Industriegeschichte im 19./ 20. Jahrhundert.

Nur 50 Meter weiter an der Metzinger Straße liegt der Kroatenhof (Überreste einer Hofanlage des 16./17. Jahrhunderts). Namensgebend war der Kroate Johann Rooschüz, der seit 1637 hier wohnte und mit einer Nürtinger Bürgerstochter, die 1634 von fremden Soldaten aus Nürtingen entführt wurde, verheiratet war. Dem „Kroatenähne“ setzte seine Nachfahrin Ottilie Wildermuth literarisch ein Denkmal.

Öffnungszeiten

März bis November

  • Dienstag, Mittwoch und Samstag: 14:30 Uhr bis 17:00 Uhr
  • Sonntag: 11:00Uhr bis 18:00 Uhr
  • Ostersamstag und -sonntag geschlossen

Dezember bis Februar

  • Dienstag bis Freitag: 14:00 Uhr bis 18:00 Uhr
  • Samstag, Sonntag und Feiertag: 10:00 Uhr bis 18:00 Uhr
  • 24., 25. und 31.12. und 01.01. geschlossen

Weitere Informationen finden sich auf der Website des Stadtmuseums.

Frau mit Büchern in TurmbibliothekSMG, J.C. WinklerTurmbibliothek

Turmbibliothek

Im Turm der Stadtkirche befindet sich die Nürtinger Turmbibliothek. Mit ihren Handschriften und gedruckten Büchern (15.-19.Jhdt.) aus Kirche, Pfarramt, Spital und Lateinschule ist sie ein Kulturdenkmal der Stadt.  Die Bestände der Bibliothek werden von Studiendirektor i.R. Albrecht Braun gepflegt. Für sein ehrenamtliches Engagement wurde ihm 2009 die Brenz-Medaille verliehen.

Führungen finden in der Regel am letzten Sonntag der Schulferien (von BW) um 11:15 Uhr statt. Sie nehmen je ein spezielles Thema auf, das auf der Internetseite der Stadtkirchengemeinde angekündigt wird.

Herrn Braun erreichen Sie per E-Mail: E-Mail schreiben

Turm der Stadtkirche St. LaurentiusSMG, A. MendeTurm der Stadtkirche

Turm der Stadtkirche

Der Kirchturm mit der markanten "Welschen Haube" überragt die Dächer der Altstadt. Mit der Turmbibliothek beherbergt er ein wichtiges Kulturgut. Die Wendeltreppe im Turm wurde nach Plänen von Heinrich Schickhardt angelegt. Über 189 Stufen erreicht man den Umgang des Kirchturms auf 36 Metern - die Gesamthöhe des Turms beträgt 48 Meter. In der ehemaligen Arbeitsstätte des Turmwächters scheint die Zeit still zu stehen. In der ehemaligen Türmerwohnung gibt es eine kleine Ausstellung über das Leben der Turmwächter. Der letzte Turmwächter war 1921 im Einsatz. Die Türmerwohnung hat eine Größe von 43 qm und war im Zeitraum von 1947 bis 1949 noch bewohnt.

Tipp: Jeden ersten Sonntag im Monat öffnen die ehrenamtlichen Turmwächterinnen und Turmwächter einer Bürgerinitiative den Turm der Stadtkirche und ermöglichen den Besuchenden aus luftiger Höhe herrliche Rundblicke über die Stadt und die Region zwischen Alb und Neckartal. Der Eintritt ist frei. Die Gruppe freut sich über freiwillige Spenden. Bei Interesse an einer Gruppenführung rufen Sie uns gerne an:

Telefonnummer: 07022 75-381

Wie wäre es, Nürtingen mal von oben zu erleben, aber Sie haben gerade kein Segelflugzeug oder keine Drohne parat?

Dann ist der Nürtinger Rundblick vielleicht genau das Richtige für Sie! Jeden zweiten Sonntag im Monat sowie zu besonderen Anlässen öffnen unsere ehrenamtlichen Turmwächterinnen und Turmwächter den Turm der Stadtkirche. Neben einer grandiosen Aussicht sind sie auch für Fragen immer ansprechbar. Alle Termine und genauen Zeiten finden Sie im Veranstaltungskalender unter dem Stichwort "Nürtinger Rundblick".

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