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Stadtentwicklung

 

Die Stadtentwicklung ist eine Vielzahl von komplizierten Verhandlungen und Interessenabgleichen, z.B. zwischen Investoren, Unternehmen, Verbänden, Bewohnern und der "öffentlichen Hand".

Die Kommunalpolitik steht vor neuen Herausforderungen, denn die Abnahme der Bevölkerung, ihre Alterung und Heterogenisierung werden langfristig - wenn auch regional unterschiedlich - den demographischen Wandel in Deutschland prägen.

 

Auch die Nürtinger Stadtentwicklung ist geprägt durch demographische Faktoren, wie Alterung der Gesellschaft, Zunahme der Anteile von Zuwanderern, Pluralisierung der Lebensstile. Vor diesem Hintergrund prägen vor allem wirtschaftliche Faktoren die Siedlungsentwicklung, wie z.B. Bedeutungsverlust traditioneller Standortfaktoren, Abbau von Arbeitsplätzen, Arbeitslosigkeit und schwindende Kaufkraft.

Es gilt also, die Veränderungen als Chance zu begreifen und sich den damit verbundenen Aufgaben aktiv zu stellen. So ergeben sich für die Zukunftsfähigkeit der Stadt Nürtingen neue Möglichkeiten. Modernisierungsbereitschaft, demokratische Kultur und der Wille, die ökonomischen und ökologischen Grundlagen zu erhalten und zu verbessern, sind dabei wesentliche Bausteine.

Dieser komplexe Veränderungsprozess, das Ineinandergreifen von Finanzierungen und Regelungen durch die Europäische Union, Bund, Länder und Gemeinden gestaltet die Mitwirkung in vielen Bereichen schwierig. Die Stadt Nürtingen wird ihre neuen Aufgaben und Herausforderungen aber nur dann bewältigen, wenn sie die Lebensinteressen aller Beteiligten unmittelbar berücksichtigen, wenn Mitgestaltung und Mitbestimmung zunehmen.

 

Das Stadtplanungsamt erarbeitet die Grundlagen und den Handlungsrahmen für die zukünftige Stadtentwicklung der Stadt Nürtingen. Das Engagement der Bürgerinnen und Bürger ist dabei unverzichtbare Voraussetzung für eine zukunftsfähige Stadt.

 

Für die Bewältigung dieser Zukunftsaufgaben wird durch das Planungsamt der Stadt Nürtingen ein Stadtentwicklungskonzept (StEK) erarbeitet, welches den Handlungsrahmen der langfristigen Entwicklung der Stadt Nürtingen formuliert. Es soll eine von Verwaltung, Politik und Öffentlichkeit gleichermaßen getragene Handlungsgrundlage für die künftige Planungen und Entscheidungen bilden.

 

 

Themenschwerpunkte der aktuellen Stadtentwicklung sind:

  • Siedlungsentwicklung unter veränderten Rahmenbedingungen - Orientierung auf die Städte
  • Kooperation der Städte im regionalen Maßstab ausbauen
  • Rückgang der Flächeninanspruchnahme als Chance nutzen - Wohnquartiere für Familien mit Kindern attraktiver machen
  • Sozial stabile Stadtquartiere schaffen - Migration als Chance nutzen
  • Altengerechten Umbau der Infrastruktur angehen
  • Mobilität stadt- und umweltverträglich gestalten
  • Städte als Wirtschafts- und Innovationsstandorte stärken
  • Einzelhandel in seiner Vielfalt erhalten - Stärkung der zentralen Versorgungsbereiche
  • Zusammenwirken von kommunaler Planung und privaten Investoren verbessern

Das Stadtentwicklungskonzept „Nürtingen findet STADT“

Warum Stadtentwicklungskonzept?

Aufgrund des demografischen Wandels und der veränderten sozioökonomischen Rahmenbedingungen, sind bereits heute die ersten Anzeichen wie der Einbruch der Geburtenzahlen sowie die steigende Lebenserwartung ablesbar. Um den Konsequenzen nachhaltig zu begegnen, ist es daher erforderlich, die zukünftigen Handlungsfelder bereits heute transparent und verständlich der Öffentlichkeit zu veranschaulichen. Dies erfordert die Vorgabe von Maßnahmen und Zielen, welche auf kommunalpolitischer Ebene zu steuern sind.

Ein Stadtentwicklungskonzept soll einen Orientierungsrahmen für eine langfristige nachhaltige Stadtentwicklung bilden. In ihm sind Prognosen und Aufgaben für kommunalpolitische Handlungsfelder formuliert. Aufgrund der Komplexität des Stadtgefüges können jedoch nicht alle Bereiche abgedeckt werden, daher werden schwerpunktmäßig Aufgaben und Handlungsprioritäten gesetzt, um absehbare Probleme anzugehen und zukünftige Entwicklungsmöglichkeiten aufzuzeigen, z.B.: Wohnungsmarktentwicklung, Bevölkerungsentwicklung sowie Flächenpotenziale.

Das Stadtentwicklungskonzept stellt ein informelles Planungsinstrument dar, dessen Leitbilder sich auf die gesamte Stadt beziehen. Durch solch ein Stadtentwicklungskonzept werden Zielsetzungen und Handlungsfelder als Rahmen für die zukünftige Arbeit der Stadtverwaltung formuliert.

 

Welches Ziel wird damit verfolgt?

Mit einem Stadtentwicklungskonzept erhält Nürtingen einen zukunftsfähigen Orientierungsrahmen, welcher nicht nur Grundlage für künftige städtebauliche und kommunalpolitische Entscheidungen ist, sondern auch Akzeptanz in der Öffentlichkeit findet. Primäres Ziel ist die Sicherung und Verbesserung der Lebensqualität für die Nürtinger und Nürtingerinnen und die zukünftig gewährleistete Handlungsfähigkeit der Stadt Nürtingen.

Das Stadtentwicklungskonzept beinhaltet wesentliche Erkenntnisse und Empfehlungen für die zukünftige Ausrichtung der Stadtentwicklung. Es soll als Rahmen für künftige Entscheidungen in stadtentwicklungsrelevanten Fragestellungen dienen.

 

Zu untersuchende Handlungsfelder und Indikatoren

Um die städtebaulichen Zustände in den Stadt- und Ortsteilen analysieren und untereinander vergleichen zu können, werden sog. Indikatoren für ein steuerungsrelevantes Berichtswesen untersucht und im Stadtentwicklungskonzept (textlich und zeichnerisch) dargestellt. Auf diese Weise kann die Nürtinger Stadtentwicklung eine sog. Nachhaltigkeit verfolgen und bei Fehlentwicklungen frühzeitig eingegriffen werden.

Das Planungsamt hat - zusammen mit anderen Fachämtern der Stadtverwaltung - Indikatoren zur nachhaltigen Stadtentwicklung definiert und in folgende Themenschwerpunkte/Handlungsfelder gegliedert:

 

a) demografische und soziale Entwicklung

  • Bevölkerungs- und Siedlungsstruktur
  • Lebenserwartung
  • Integration
  • Aus- und Weiterbildung
  • Betreuungsangebot
  • Sicherheit, Kriminalität

b) städtebauliche Entwicklung

  • Innenstadt, historische Altstadt
  • Stadtquartiere (Stadtteile)
  • Stadtentwicklung in den Teilorten (Ortsteile)
  • Entwicklung des Wohnungsmarktes

c) Entwicklung der kommunalen Infrastruktur

  • MIV
  • ÖPNV
  • Radfahrer
  • Fußgänger

d) Wirtschaftsentwicklung

  • Verteilung von Arbeit und Beschäftigung (Arbeitslosenquote)
  • regionale Selbstversorgung
  • Wirtschaftsstruktur
  • Mietpreisspiegel
  • Struktur der öffentlichen Haushalte
  • betrieblicher Umweltschutz

e) Natur und Umwelt

  • Schutzgebiete (Natura 2000, Vorhalteflächen)
  • Abfall
  • Luftqualität
  • Energie
  • Erneuerbare und nicht-erneuerbare Ressourcen

f) Freizeit, Erholung und Sport

  • Sportangebot
  • Erholungs- und Freizeitangebot
  • kulturelles Angebot, Veranstaltungen
  • Tourismus

Beabsichtigte Vorgehensweise

Die Erstellung des Stadtentwicklungskonzepts ist in vier Stufen mit einem Zeithorizont von ca. zwei Jahren angelegt und in einem Ablaufschema dargestellt.

 

 

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