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„Der Quotenmann im Bürgertreff“

 

Auf der Eckbank nahm diesmal Hannes Wezel Platz – Nathalie Küster stellte die Fragen

 

 

Wer hat’s erfunden? Er! Wen also befragt man am besten, wenn man wissen will, wie es vor fast 20 Jahren dazu kam, dass in Nürtingen der Bürgertreff ins Leben gerufen wurde? Genau das dachte man sich bei den Machern der Nürtinger Eckbank-Gespräche auch und lud deren Mastermind Hannes Wezel selbst am Donnerstag dazu ein.

 

VON HEINZ BOEHLER

NÜRTINGEN. Als echtes Moderatorinnen-Talent erwies sich denn auch Nathalie Küster, die als Fachfrau für Altenpflege zu Beginn ihrer Nürtinger Amtszeit selbst auf der Eckbank hatte Rede und Antwort stehen müssen.

  

Seit 1991 gibt es den Nürtinger Bürgertreff, einen Hort des gepflegten und getätigten Gemeinsinns, den Garten des bürgerlichen Engagements, gehegt und gepflegt von demjenigen, der ihn, damals noch mit dem Ersten Bürgermeister Hellmuth Mohr, urbar gemacht hatte. In der Cafeteria des Nürtinger Kroatenhofes stellte sich Bürgertreff-Leiter Hannes Wezel den Fragen seiner Mitarbeiterin, der es nahezu spielend gelang, ihren Mentor in den Mittelpunkt des allgemeinen Interesses zu stellen.

 

„Ohne euch wären wir nie dahin gekommen, wo wir jetzt stehen“, machte Wezel während des Gespräches deutlich, welcher Stellenwert dem Engagement seiner Mitarbeiter im Laufe all der Jahre beizumessen war und ist.

 

Wezel erinnerte an Horst Muncke, der für mehr als ein Jahrzehnt den Eckbankgesprächen ein Gesicht und eine Stimme gegeben hatte. Freudig begrüßte er den Organisator ungezählter Seniorenausflüge Josef „Sepp“ Misch, einen „Mann der ersten Stunde“ im Nürtinger Bürgertreff, der sozusagen zeitgleich mit der Fertigstellung des Umbaus am Nürtinger Rathaus seine Arbeit aufnehmen konnte.

 

Selbstgebackene Torten und Kuchen, Kaffee aus der Kanne – Wezel erinnerte sich, dass man von Anfang an Betrieb von morgens bis abends hatte. Fast täglich habe man neue Arbeitskreise ins Leben gerufen und sich gemeinsam an Erinnerungen erfreut, die der unermessliche Erfahrungsschatz der meist älteren Besucher so mit sich gebracht habe. „Ein Kochbuch und ein Buch, das den Titel ,Wie’s früher war in Nürtingen‘ trägt, sind damals entstanden“, erinnert sich das Nürtinger Urgestein an jene Tage, als man den Grundstein legte für spätere Auszeichnungen wie den Bertelsmann-Stiftungspreis für die bürgerfreundlichste Stadt der Republik.

 

„Wir haben damals den Bürgern erstmals die Möglichkeit geboten, außerhalb von Verein und Sozialverbänden ehrenamtliches Engagement ausüben zu können“, erinnert sich Wezel. Damals habe man auch den Freiwilligenpass als eine Art Belohnungssystem entworfen, mit dem der Inhaber die Freizeit-Angebote der Kommune kostenbegünstigt nutzen kann. Als „Quotenmann im Bürgertreff“ betrachtet sich dessen Gründer nach 20 Jahren Laufzeit, während deren er sich ständig im Mittelpunkt eines Umfeldes befunden habe, das sich aus überwiegend weiblichen Mitarbeitern, Praktikantinnen und Hilfskräften zusammengesetzt habe.

 

Dass er damit so ganz unrecht nicht hat, bewies seine Befragerin, die Altenpflegeberaterin Nathalie Küster, die eine repräsentative Auswahl miteingeladen hatte. So nahmen zur zweiten Halbzeit der Fragerunde Irmgard Schwend, Katrin Fehrle und Silvia Sollner Platz auf der Eckbank, um sich gemeinsam mit Hannes Wezel an vergangene wie an aktuelle Ereignisse zu erinnern.

 

 

Hannes Wezel inmitten geballter Frauenpower. heb
Quelle: © Nürtinger Zeitung vom 23.05.2011