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„Man muss sehr aktiv sein“

Interkultureller Abend für Gründer und Selbständige

  

Bei einem interkulturellen Abend vor kurzem im Bürgertreff für Firmengründer und Selbständige deutscher und ausländischer Herkunft stellte Monika Lauer, Wirtschaftsförderin der Stadt Nürtingen, eine Existenzgründerin vor. Sie befragte auf der Eckbank Cosima Portaccio-Blaschke zu ihrem Werdegang.

  

NÜRTINGEN (pm). Cosima Portaccio-Blaschke war vor der Familienpause als kaufmännische Angestellte tätig und hatte bereits zum Teil freiberuflich als Übersetzerin für Firmen gearbeitet. Danach absolvierte sie bei der Universität von Perugia die Qualifikation für offizielle Übersetzungen und für den Italienischunterricht. Sie ist an der Volkshochschule und bei Sprachkursen für Schüler tätig. Vor allem aber wollte sie für deutsche Firmen in Italien und für italienische Firmen in Deutschland dolmetschen und den Service anbieten, den eine Firma braucht, wenn sie in einem anderen Land aktiv ist.

  

Viele Jahre war sie auf Messen tätig. Als dies endete, wandte sie sich an die Arbeitsagentur, wo sie aber mit 52 Jahren als „hoffnungsloser Fall“ angesehen wurde. Also beschloss sie, sich selbständig zu machen. Wertvolle Unterstützung habe sie bei der IHK erfahren. Vor allem aber machte sie sich selbst auf den Weg. Durch ihre Tätigkeit auf Messen hatte sie mit zahlreichen Firmen Kontakt, die in Deutschland und in Italien tätig sind. Sie sprach gezielt die Verantwortlichen an und bekam so Kundenkontakte. Sie spezialisierte sich auf den Maschinenbau und den Automobilbau, wofür sie nicht nur die spezielle „Fachsprache“ lernte, sondern sich auch intensiv dafür interessierte, wie die Dinge funktionieren, um möglichst genau übersetzen zu können. Ihr Fazit: man muss selbst sehr aktiv sein, sich Kunden suchen und ein passgenaues Angebot machen.

  

In einer anschließenden Gesprächsrunde stellten Martin Nisi, Lehrer an der Theodor-Eisenlohr-Schule, und Marko Bilic, Sozialberater bei der Caritas, das Projekt Abba „Ausländische Betriebe bilden aus“ vor. Martin Nisi arbeitet bereits seit Jahren daran, ausländische Unternehmen in Nürtingen für die Ausbildung zu gewinnen. Die IHK und die Caritas in der Region begannen das Projekt in Stuttgart und weiten ihre Aktivitäten in die gesamte Region aus. Es geht darum, Betriebe zu gewinnen, die bisher nicht ausbilden. Sie werden dabei unterstützt, die Zulassung als Ausbildungsbetrieb zu bekommen und den Ausbilderschein zu machen. Auch die Auszubildenden werden während der Ausbildung unterstützt. Für die Unternehmer sei es ein weiterer Schritt der Integration in die Gesellschaft.

  

Quelle: © Nürtinger Zeitung vom 24.06.2010