Anerkennungskultur von A - E
A wie Anerkennung pur ...
diese erfuhren die Mütter der Mensa der Nürtinger Realschulen beim Maientagsumzug 2009! Die Unterstudde der Neckar Realschule stellten im Festzug das tolle Engagement der freiwilligen Mensa-Mütter in den Mittelpunkt. Die Klassen präsentierten ihre Leibgerichte. Die fleißigen Köchinnen durften auf einem liebevollgeschmückten Festwagen mitfahren und wurden begeistert vom zahlreichen Nürtinger Publikum gefeiert.

A wie Aufschreibung
Ob für neue bürgerschaftliche Projekte oder bei der Suche nach neuen Engagierten für die Freiwilligenarbeit: Das Instrument der Ausschreibung, systematisch angewandt und mit den sechs Ws arbeitend, hilft dabei:
Wer macht Wo Welches Projekt mit Wem/für Wen zu Welchen Bedingungen?
Beispiele Stellenbeschreibung und Stellengesuch aus dem "Logbuch für Schatzsuchende" der Stiftung MITARBEIT und des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes.
Auszüge aus dem Logbuch: |
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- Eine Ehrenamliche Leitungsaufgabe braucht Zeit und Qualität
- Aufgabenprofil eines Ehrenamlichen
- Beispiel für ein Ehrenamliches Stellengesuch
B wie Beteiligung
Kontinuierlich finden in Nürtingen unterschiedliche Formen von Befragungen statt, meist initiiert in Zusammenarbeit mit Studierenden der Hochschule für Sozialwesen Esslingen oder der Hochschule Nürtingen (Fachbereich Stadtplanung). Neben den klassischen qualitativen Befragungen in regelmäßigen Zeitabständen sind wir stets flexibel und ziehen - je nach Sachverhalt und Thema - das ganze Register kreativer Beteiligungsformen.
Beispiele:
Das Viernheimer Museumsfest mit Sonderausstellung
Jedes Jahr findet sich eine Gruppe aus Ehren- und Hauptamtlichen zusammen, die das Rahmenprogramm (Bewirtung, museumspädagogische Angebote für Kinder) organisieren und je nach Interesse die Ausstellung durch Beiträge (Fotos, Zeitzeugenberichte) mitgestalten.

Straßenbau in Weyarn
Wenn in der Gemeinde Weyarn eine Anliegerstraße gebaut werden soll, werden zunächst alle Straßenanlieger zu einer gemeinsamen Besprechung eingeladen. Es wird versucht eine von allen Anliegern getragene Lösung zu finden. Zum Schluss wird eine Straße gebaut die den Wünschen und Ansprüchen der Anlieger genügt und mit der alle zufrieden sind. Das ist in den meisten Fällen nicht die teuerste und aufwändigste Variante.
Nürtinger Sozialkonferenz
In Sozialkonferenzen werden Gegenwartsthemen und Zukunftsentwürfe gemeinschaftlich bearbeitet.
Gemeinsinn und solidarisches Handeln im Alltag sind gefragt.
Auf der Sozialkonferenz sollen Denkanstöße für ein Zusammenleben zwischen Eigennutz und Gemeinsinn gesucht und BürgerInnen als ExpertInnen beteiligt werden. Die Nürtinger Sozialkonferenz soll helfen, Fragen nach sich selbst und der Rolle in der Gesellschaft zu suchen.
Expertenbeteiligung steht für Betroffenenpartizipation. Der Ansatz geht davon aus, dass gerade auch Betroffene Experten sein können und setzt diese Tatsache in einem "dritten Sektor", neben der Politik und der Wirtschaft als relevanten Gesellschaftsfaktor - dem Bürgerengagement - ein.
Die Sozialkonferenz ist konzipiert als Kooperationsprojekt von Fachkräften und BürgerInnen und setzt die Bereitschaft der Beteiligten zu lokaler Netzwerkarbeit voraus.

B wie Budgetverwaltung
Bürgerengagement kostet auch Geld. Bürger und ihr Engagement brauchen eigene Budgets in den kommunalen Haushalten, um Bürgerorientierung, Bürgerengagement und Anerkennungskultur zu finanzieren. Bürgerschaftliches Engagement darf nicht missbraucht werden zur Einsparung von öffentlichen Mitteln im Bereich der Pflichtaufgaben.
Beispiele:
Beim Schulhausbau der Gemeinde Weyarn stellte der Gemeinderat einen Arbeitskreis (bestehend aus Eltern, Schüler und Lehrer), der sich um Planung und Gestaltung der Außenanlagen kümmerte, 240.000 DM eigenverantwortlich zur Verfügung.
Die Stadtverwaltung Nürtingen hat im Haushaltsplan den Bürgertreff/ die Geschäftsstelle für Bürgerengagement als budgetierte Abteilung mit jährlich knapp 240.000 DM für BE verankert.
C wie Corporate Identity
| Im bürgerschaftlichen Engagement spielt die Identifikation mit der gemeinsamen Sache eine große Rolle. Das einheitliche Erscheinungsbild ist genauso wichtig wie die Kommunikation innerhalb des Projektes und die Unverkennbarkeit. Klare, wenig hierarchische Strukturen begünstigen ein lebendiges Miteinander in der Bürgerorganisation. |
Nürtingen Bürgertreff
Mit Logo, Einrichtung und Farbgestaltung hat man im Nürtinger Bürgertreff Corporate Identity Aspekte eingebaut. Bürgerinnen und Bürger erkennen fortan, daß es sich um den unverwechselbaren Bürgertreff handelt dem sie sich zugehörig fühlen. |
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Das Erscheinungsbild lebt von der Atmosphäre. Die Lage, Ausstattung und Ausstrahlung der Einrichtung Bürgertreff steht dafür. Offenheit auch an den Fenstern, keine die Sicht störenden Gardinen, Einblicke von innen und außen zulassend, helle freundliche Räume, (multifunktional) vermitteln, dass die Engagierten willkommen und die Türen offen sind. Im Nürtinger Bürgertreff gehört zum Erscheinungsbild, ein Logo, ein Wiedererkennungszeichen, das beim Bürgertreff die Identität "auf den Punkt" oder in die Mitte bringt. Der Schriftzug aus dem Kreis heraus symbolisiert Offenheit und Orientierung in gleichem Maße.
Logo Dorfentwicklung Weyarn
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Bereits während der ersten Phase der Dorfentwicklung in Weyarn kam aus den Arbeitskreisen und dem Vorstand der Teilnehmergemeinschaft immer wieder der Wunsch nach einem gemeinsamen Erscheinungsbild. |
Der Gemeinderat hat deshalb einen örtlichen Künstler damit beauftragt eine Logo zu entwerfen. Dieses Logo kann von allen Arbeitskreisen und engagierten Gruppen verwendet werden und ist mittlerweile zum Identifikationsmerkmal für die Bürgerbeteiligung in Weyarn geworden.
D wie "Danke sagen"
Danke sagen kann man auf 100+1 Möglichkeiten. Beteiligung, Wertschätzung, Würdigung und Weiterbildung sind die Instrumente dafür.
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Das Problem, ehrenamtlichen Mitarbeitern seine Anerkennung zu zeigen, wird von Leitern und Koordinatoren entsprechender Programme ständig, jedoch niemals abschließend diskutiert.
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Alle sind der einhelligen Meinung, das Anerkennung sehr wichtig ist; diese Erkenntnis wird jedoch sehr unterschiedlich in die Tat umgesetzt.
Hier finden Sie 101 Möglichkeiten für diese Anerkennung, aufgelesen hier und da.
Es ist unseres Erachtens wichtig, nicht zu vergessen, dass Anerkennung sich nicht unbedingt darin ausdrückt, was man tut, sondern in der eigenen Persönlichkeit.
Anerkennung ist die persönliche Empfindsamkeit einem anderen gegenüber und nicht eine Strategie, um Verpflichtungen loszuwerden.
In Holland wird Anerkennungskultur großgeschrieben. Am Internationalen Freiwilligentag wird den Engagierten von großflächigen Bannern aus gedankt.
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E wie Ehrungen
Ehrungen sind eine wichtige Form der Anerkennung. Sie können zu allgemein dafür vorgesehenen Terminen (z.B. Tag des Ehrenamtes am 5. Dezember), aber auch zu ganz persönlichen Anlässen (Jubiläen, Geburtstage) erfolgen. Zu achten ist darauf, dass man nicht in "Standardrituale" verfällt, sondern sich Gedanken macht, wie man dem zu Ehrenden eine wirkliche Freue machen kann (Vgl. auch Zielgruppen).
Beispiele:
Empfang für Ehrenamtliche. In Leipzig wird durch den Oberbürgermeister der Stadt - wie in vielen anderen Städten - einmal im Jahr bürgerschaftliches Engagement öffentlich gewürdigt. Der Oberbürgermeister lädt freiwillig und unentgeltlich für das Gemeinwohl tätige Personen und ihre Partner (ca. 250 Personen) zu einem Gewandhauskonzert ein und würdigt ihren ehrenamtlichen Einsatz in einem daran anschließenden Empfang. Die Ehrung gilt symbolisch auch den vielen engagierten Bürgern, die nicht eingeladen werden konnten.
In Nürtingen werden am 5.12., dem internationalen Freiwilligentag an beispielhafte Initiativen "der goldene Bingo" im Nürtinger Kinopalast verliehen. | |
Auszeichnung von Persönlichkeiten mit Urkunde
Auf Anregung des Seniorenbeirates der Stadt Leipzig gibt es seit 1999 jedes Jahr im Mai eine besondere Form der Anerkennung der Leistungen von engagierten Bürgern. Der Oberbürgermeister zeichnet im Rahmen eines kleinen Empfangs an dem Vertreter der Fraktionen des Stadtrates und Amtsleiter der Stadtverwaltung teilnehmen, im Gästehaus der Stadt 5 oder 6 Persönlichkeiten aus, die sich besondere Verdienste im freiwilligen Einsatz für das Gemeinwohl erworben haben.
Bei dieser Veranstaltung erhält jeder der Ausgezeichneten eine persönliche Urkunde, in der seine Verdienste um die Kommune im einzelnen genannt werden und der Oberbürgermeister würdigt das persönliche Engagement der so Geehrten. Auch in der öffentlichen Berichterstattung über die Veranstaltung werden die Namen der Ausgezeichneten und deren Verdienste genannt. Damit bleibt bürgerschaftliches Engagement nicht in der Anonymität der Vielen.

E wie Eigeninteresse
Eigeninteresse ist im Bürgerengagement längst erlaubt und wichtig! In den modernen Formen des Engagements wird offensiv dafür geworben, sowohl für Eigennutz wie auch für Gemeinsinn etwas zu tun. "Ehrenamt bedeutet nicht Selbstaufopferung."
E wie Engagement
| Engagement ist die Grundlage einer lebendigen Bürgergesellschaft. Die Bereitschaft möglichst vieler Bürgerinnen und Bürger sich einzumischen, Gemeinsinn zu zeigen und Mitverantwortung zu übernehmen, macht Demokratie erst möglich und interessant. |
E wie Erfahrungen
Erfahrungen im bürgerschaftlichen Engagement sind lebenspraktische Erfahrungen, die zu immer versierteren freiwilligen "Fachkräften" führen. Bürgerschaftliches Engagement kann auch heißen, Erfahrungen weiterzugeben.
E wie Erfolg
Erfolge, die Freiwillige durch ihr Engagement erzielen, sind quasi die Motoren der Freiwilligenkultur. Sie bestätigen auf der einen Seite die Engagierten, sind deren Belohnung und haben unschätzbaren Anerkennungswert. Auf der anderen Seite können sie eine Sogwirkung haben und auf andere motivierend wirken, wenn sie in der Öffentlichkeit bekannt gemacht werden.






